Gut erhaltene Kirche in Povoa de Varzim
Mittlerweile schon ein fast gewohntes Bild - der Wind fehlt, die See ist bleischwer und der Himmel bedeckt.

Um kurz vor fünf geht der Wecker. Detlef ist schon geschniegelt und gestriegelt, die Reisetasche ist gepackt. Wir gehen zur Metro-Station und fahren gemeinsam zum Flughafen. Dort kommt nach genau einem Monat der Abschied. Wir haben beide Neuland betreten, uns unbekannte Reviere befahren, haben uns mehrere Nächte um die Ohren geschlagen. Es gab nie ein Wort des Klagens. Wir haben uns gut verstanden und mit 1133sm ein ordentliches Stück Wasser hinter uns gelassen. Danke Dir Detlef!

So komme ich erst gegen 11 Uhr dazu, den Hafen zu verlassen und das kurze Stück bis Porto zu fahren. Aber leider wieder bei Null Wind. Ich habe blöderweise nicht in den Almanach geschaut und nachgesehen, wie hoch die Liegegebühren sind. Im letzten Hafen haben wir (incl. Vergünstigung durch die ARC-Teilnahme) nur 9.25€ pro Nacht bezahlt. Da sollte es doch 16sm weiter nicht wesentlich teurer sein.  Ich fahre noch zum Tanken und dann in die Box. Immer wieder müssen die Formalitäten erledigt werden. Bootspapiere, Versicherungsnachweis und Ausweise. Die Frage woher und wohin ist ebenfalls dabei. Am Ende, als alles fertig ist sagt mir die Dame an der Rezeption: “ ok, for one night it´s  48.-€“ Mir fällt die Kinnlade herunter. Aber  ich beiße  in den sauren Apfel und bleibe. Auch wenn es mir die Laune ziemlich vermiest.

Palmen an der Promenade kurz hinter Einfahrt zum Hafen von Porto

Eigentlich hätte ich gerne noch ein Tasting in einer der vielen Brennereien gemacht. Aber der Hafen ist so schlecht angebunden und liegt so weit außerhalb, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe. Dabei ist er wegen seiner freundlichen Mitarbeiter in höchsten Tönen gelobt… Ok, Schwamm drüber. Ich gehe noch etwas spazieren und kehre dann zurück zum Schiff. Hab noch ein paar Arbeiten zu erledigen. Die Endstücke für die Segellatten müssen fixiert werden und ein Loch im Großsegel geflickt. Dafür habe ich selbstklebendes Segeltuch von beiden Seiten drauf geklebt und dann alles vernäht. Ist recht zeitaufwändig aber sollte vor der langen Tour am nächsten Tag gemacht werden.

Noch ein Blick auf das weit entfernte Porto

Nach getaner Arbeit mische ich mich unter die einheimischen und gehe wieder essen. Hier gibt es eine Reihe von Restaurants und die relativ engen Gassen sind zugestellt mit Tischen und Stühlen. Überall stehen große Holzkohlegrills. Es sieht zwar irgendwie seltsam steril aus, weil an den Fassaden grelle Lampen angebracht sind aber trotzdem hat das irgendwie Stil.

Ganze Häuserzeilen die mit Kacheln versehen sind. Über den Geschmack lässt sich streiten
...später kam auch noch Fisch dazu

Der nächste Schlag wir wieder ein ziemlich langer. Der Wind ist eher wieder schwach vorher gesagt. Ich komme also nicht umhin, den Motor wieder einzusetzen. Es werden etwa 65sm sein bis zum Etappenziel Figueira da Foz…

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Nicole D.

    Lieber Thomas,
    Ich wünsche dir eine gute Weiterreise!
    Und ärgere dich nicht über die Hafengebühr. Erinnerst du dich noch an die Bojengebühr vor Porto Cervo?
    Da wollten die EUR 80,- für eine Boje in einer vorgelagerten Bucht haben!🤣🙈
    Danke dass du uns immer teilhaben lässt!
    LG Nicole

  2. Entweder... Oder

    Moin Thomas,
    falls Du in Lissabon Deinen Bestand an Sardinen-oder Thunfischdosen aufstocken möchtest, schau doch mal hier vorbei: conserveiradelisboa.pt/en , Rua dos Bacalhoeiros, 34, 1100-071 Lisboa
    Open from Monday to Saturday – 9:00 am to 7:00 pm
    Das Foto und Deine Beschreibungen von der bleiernen See machen einen schon nachdenklich … und das an Europa’s Westküste … nicht üblich, oder?
    Bin gespannt wie’s weitergeht,
    LG und bis denne

  3. Gaby Klasen

    Porto scheint eine Reise wert zu sein. Wünsche dir in den nächste Wochen besseren Wind aus der richtigeren Richtung.

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